Klärschlammverwertung

1.350 Tonnen Trockensubstanz Klärschlamm fallen jährlich in den 8 Klärwerken des WV Wittlage an. Bis vor einigen Jahren wurde ein Großteil davon als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. Doch weil Klärschlämme neben wertvollen Pflanzennährstoffen umwelt- und gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthalten, wurde diese Verwendung durch die Änderung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) 2017 eingeschränkt. Dazu kommt die novellierte Düngeverordnung, die das Aufbringen von Phosphor und Stickstoff auf Äckern begrenzt.

Die Folge: Die Entsorgung der Klärschlämme ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger und teurer geworden. Der WV Wittlage hat sich deshalb der Klärschlammverwertung OLW GmbH angeschlossen. Zu ihr gehören 78 Gemeinden, Kreise sowie Wasser- und Zweckverbände aus Ostwestfalen-Lippe und aus Niedersachsen.

Die Kooperation sucht mit einer europaweiten Ausschreibung nach einem strategischen Partner, der die Entsorgung der Klärschlämme im Auftrag der GmbH übernimmt. Das ermöglicht eine wirtschaftliche, nachhaltige und ökologische Lösung. Zudem übernimmt der strategische Partner die Phosphorrückgewinnung aus den Klärschlämmen, die die AbfKlärV für Klärschlämme aus der kommunalen Abwasserbeseitigung ab spätestens 2029 ebenfalls vorschreibt.

Aktuelles

Klärschlammverwertung OWL GmbH gegründet

Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbands Wittlage, hat am gestrigen Montag an der Gründungsversammlung der Klärschlammverwertung OWL GmbH in Bielefeld teilgenommen. Dies geschah in Pandemie geplagter Zeit mit gebührendem Abstand. Die 47 Gesellschafter vertreten 78 Gemeinden, Städte, Kreise, Wasser- und Zweckverbände, bei denen jährlich ca. 186.000 t Klärschlamm (rund 44.000 t Trockensubstanz) anfallen. „Eine derartige große Kooperation von Städten und Gemeinde zur Bewältigung einer kommunalen Aufgabe der Daseinsvorsorge ist deutschlandweit einmalig und wird sich letztendlich bezüglich Nachhaltigkeit und Gebühren für alle Bürgerinnen und Bürger in der Region auszahlen“, sind sich die Akteure einig.

Nach der feierlichen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages, den die Kommunen, Verbände und Gesellschaften aus den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg sowie Niedersachsen am 14.02.2020 in Detmold unterzeichneten, und der Genehmigung der Gründung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden erfolgte nun der nächste Schritt mit einer intensiven Arbeitssitzung.

Trotz der Corona bedingten Einschränkungen haben die Kooperationspartner in den letzten Monaten die Suche nach dem strategischen Partner vorbereitet. Telefon- und Videokonferenzen ermöglichten den notwendigen Austausch auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen. Die Klärschlämme wurden untersucht, um eine sichere Datenbasis zu haben. Die Ergebnisse der bisherigen Prüfungen und der Arbeitsstand zum Ausschreibungskonzept wurden in der Gesellschafterversammlung vorgestellt und diskutiert.

Die Kooperation plant die europaweite Suche nach einem strategischen Partner. Er muss über ein geeignetes Grundstück für die Errichtung einer Klärschlammverbrennungsanlage verfügen oder eine solche Anlage schon haben, die von der Kooperation dann genutzt werden kann. Die gemeinsame Entsorgung beginnt 2024. Zu diesem Zeitpunkt werden dann ca. 156.000 t Klärschlamm gemeinsam mit dem strategischen Partner entsorgt. Um die Entsorgung des Klärschlamms ab diesem Zeitpunkt sicherzustellen, aber auch um Planung und Bau einer neuen Klärschlammverbrennungsanlage zu ermöglichen, wird die Kooperation Zwischenlösungen des strategischen Partners bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage akzeptieren. Dies wird den Wettbewerb um eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung forcieren.

Anschrift

Wasserverband Wittlage
Im Westerbruch 67
49152 Bad Essen


Geschäftsführer: Uwe Bühning

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