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Trotz Trockenheit: Abgabemengen in der Norm, freiwillige Vereinbarungen greifen

Kooperation Melle/Wittlage zieht positives Fazit 2020

Der Wasserverband Wittlage arbeitet seit 1995 mit dem Wasserwerk der Stadt Melle in den Trinkwassergewinnungsgebieten (TGG) der beiden Kommunen eng zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den beiden Versorgern und den Akteuren aus Land- und Forstwirtschaft beider TGG statt. Bei der jüngsten Sitzung, der ersten des laufenden Jahres, die coronabedingt als Videokonferenz stattfinden musste, bestimmte das Thema Trockenheit die Diskussion der Vertreter von Wasserverband Wittlage und Wasserwerk Melle, Sprecher der Meller und Wittlager Landwirte, der Waldschutzgenossenschaft, des Osnabrücker Landvolkes (HOL), des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie des Forstamts Weser-Ems und der von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) wahrgenommenen Wasserschutzberatung innerhalb

Das Fazit des Wasserverbandes Wittlage: Im Bereich seines Versorgungsgebietes, der im Gebiet der Kooperation liegt, wurden 2020 zwar höhere Niederschlagsmengen als im Vorjahr gemessen, dennoch sind sie – selbst unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede – insgesamt in Bezug auf die Grundwasserneubildung nicht ausreichend. Dementsprechend wurde vom Wasserverband auch bei der Förderung in den Trinkwassergewinnungsgebieten. Zurückhaltung walten lassen: Die Fördermenge von 3,8 Millionen Kubikmeter Rohwasser in 2020 ist geringer als im Vorjahr. Erfreulich: Selbst die zeitweise sehr hohen Abgabemengen in den trockenen Sommermonaten konnten durch die Inbetriebnahme der neuen Versorgungsleitung Osnabrück-Wallenhorst ausgeglichen werden, sodass alle Wasserrechte eingehalten wurden. Auch die Entwicklung der Nitratgehalte ist auf Wittlager Seite des Kooperationsgebietes zufriedenstellend. Diese bewegen sich weiterhin stabil auf einem niedrigen Niveau (höchster Wert mit 7,9 mg Nitrat/Liter im Brunnen Barkhausen I). In Harpenfeld allerdings bestehen zum Teil Probleme mit Versalzung (hohe Chloridwerte).

Für den im Kooperationsbereich liegenden Teil des Versorgungsgebietes der Stadt Melle wurde für das Jahr 2020 – bei ebenfalls regionalen Unterschieden – eine Steigerung der Abgabemenge um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr gemessen. Sie liegt damit jedoch immerhin drei Prozent unterhalb der Abgabenmenge von 2018. Auf Meller Seite weisen zehn von elf Förderbrunnen höhere Nitratwerte als 2019 auf. Im langjährigen Vergleich stagnieren die Werte jedoch.

Beratung im Mittelpunkt

Zentrale Maßnahmen im gemeinsamen Schutzkonzept der Trinkwasserkooperation Melle-Wittlage sind die Wasserschutzberatung, die Umsetzung von freiwilligen Vereinbarungen zum Erhalt bzw. der Wiederherstellung der Grundwassergüte und deren Evaluierung. Mit der Beratung beauftragt ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, deren Vertreter bei der Kooperationssitzung Tätigkeiten und Ergebnisse aus 2020 vorstellten. Demnach war die Beratung 2020 durch Fragen und Gespräche zu Vorgaben und Umsetzung der Düngeverordnungen von Bund und Land geprägt. Dahingehend wurden ca. 200 Betriebe beraten und für 70 Betriebe Düngeplanungen erstellt, was einer landwirtschaftlichen Fläche von 1.200 Hektar und dem ausgegebenen Zielwert entspricht. Die Beratung erfolgte in Abstimmung mit den Gewässerschutzberatern im Einzugsgebiet des Dümmers und der Oberen Hunte und dem landwirtschaftlichen Beratungsring. Auch die freiwilligen Vereinbarungen (FV), für deren Umsetzung Landwirte Fördermittel erhalten können, wurden vielfach von der langanhaltenden Trockenheit im vergangenen Jahr beeinflusst. So war die von der vegetationsbegleitenden Düngeberatung empfohlene Spätdüngung aufgrund fehlender Niederschläge vielfach nicht möglich. Während von Februar bis etwa 10. März verstärkt Niederschlag fiel und die Böden vielerorts wassergesättigt waren, gab es von Mitte März bis Mitte Juni kaum Regen, sodass es zu Ertragseinbußen beim Getreide kam. Die nachfolgenden Niederschlagsmengen reichten jedoch immerhin aus, um gute Maiserträge zu erzielen.

Freiwillige Vereinbarungen

In 2020 wurden auf etwa 960 Hektar freiwillige Vereinbarungen (FV) abgeschlossen, die damit flächenmäßig unter der FV-Zahl des Vorjahres (1.020 Hektar) lagen. Obwohl der im Herbst 2020 im Boden gemessene Stickstoffgehalt im Mittel aller Flächen und Kulturen mit 60 Kilogramm/Hektar gegenüber dem Vorjahreswert leicht gestiegen ist, zeigen die Maßnahmen zur reduzierten Düngung (FV, Beratung) auch in 2020 ihre positive Wirkung, vor allem im Vergleich zu Flächen, auf denen keine Maßnahmen im Sinne der FV ergriffen wurden. Die Planungen für 2021 werden im Laufe des Frühjahrs auf Basis der Pandemie-Vorgaben angepasst. Der Entwurf des Kataloges zu den freiwilligen Vereinbarungen 2021 wurde mit den Wasserversorgern und den Kooperationslandwirten vorab besprochen und von der Kooperation beschlossen. In 2021 läuft die Finanzierungsperiode der Wasserschutzberatung aus; die Finanzhilfe für die weitere Kooperationsarbeit muss neu beantragt werden. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen sind bis auf Weiteres keine Feldbegänge vorgesehen.

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