Aktuelle Pressemitteilungen

Baumaßnahme in Heithöfen abgeschlossen

Mittellandkanal musste unterquert werden

30 Haushalte in zentraler Lage von Bad Essen-Heithöfen konnte der Wasserverband Wittlage an die Kanalisation anschließen; dieser Tage wurde die umfangreiche Baumaßnahme abgeschlossen.

Die Ortschaft war bislang als einzige in der Gemeinde Bad Essen noch nicht Teil des öffentlichen Abwassernetzes. Im Zuge der Entwicklung des Neubaugebietes „Am Reiterhof“ wurde die Abwasserbeseitigung für den gesamten Bereich neu konzipiert – mit Anschluss an das bestehende Kanalnetz im Ortsteil Wimmer.

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten kam ein Freigefällekanal nicht infrage. Stattdessen wird das System der Druckentwässerung angewendet. Hierfür wurde jedes der angeschlossenen Grundstücke mit einer Pumpstation ausgestattet, über die das Abwasser in die Druckrohrleitung gelangt. Da die Pumpen über ein Schneidsystem verfügen, reicht für diese Leitung ein Durchmesser von nur 63 bis 90 Millimetern.

Dies erweist sich auch bei der zweiten Besonderheit von Vorteil – der Unterquerung des Mittellandkanals. Sie war erforderlich, um die Leitung an das Kanalnetz in Wimmer anschließen zu können. Zur Kanalunterquerung wurde das sogenannte Horizontalspülverfahren angewendet. Dabei handelt es sich um eine Richtbohrtechnik, mit der Rohrleitungen unterirdisch horizontal verlegt werden können, ohne dazu einen Graben ausheben zu müssen. Die Horizontalspülbohranlage bohrt einen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug ein oder mehrere Rohre. In geschlossener Bauweise wurde nach diesem Prinzip fünf Meter unterhalb der Kanalsohle auf einer Gesamtlänge von 180 Metern gebohrt.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Maßnahme in Heithöfen Rohrleitungen auf rund zwei Kilometern Länge erstellt. Zahlreiche Anwohner hatten von dem Angebot des Kanalanschlusses durch den Wasserverband Wittlage Gebrauch gemacht, der auch die Wartung der Pumpe und des Schachtes übernimmt. Die Anlieger müssen lediglich die Stromkosten für ihren jeweiligen Pumpenbetrieb tragen und natürlich die Abwasserentgelte. Im Gegenzug entfallen die Aufwendungen für die dezentrale Abwasserbeseitigung.

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2.000 Kubikmeter Wasser im Tank

Erster Spatenstich für den Speicher Lintorf

Zum symbolischen ersten Spatenstich für den neuen Trinkwasserspeicher in Lintorf trafen sich die Verantwortlichen des Wasserverbandes Wittlage, der Eigentümer und Auftraggeber der Anlage ist, sowie der Gemeinde Bad Essen und der Ortschaft Lintorf.

Die Fa. Homann hatte mit dem Ausbau ihres Werks am Standort Lintorf lediglich den letzten Anstoß für ein Projekt gegeben, das der Wasserverband Wittlage schon seit geraumer Zeit verfolgt, nämlich die Erweiterung der Speicherkapazitäten für die Ortschaften Lintorf und Dahlinghausen. Jetzt also wird die Baustelle eingerichtet, alle Genehmigungen sind erteilt und es kann losgehen mit dem Bau des neuen Trinkwasserspeichers in Lintorf. Doch bevor das schwere Gerät anrollt, wurde der symbolische erste Spatenstich genutzt, um noch einmal das Vorhaben vorzustellen:

Im Zuge der Erweiterung der Produktionsstätte der Firma Homann und zur langfristigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Osten der Gemeinde Bad Essen errichtet der Wasserverband Wittlage auf eigenem Gelände in Bad Essen-Lintorf einen Trinkwasserspeicher, genauer gesagt zwei Speicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1.000 Kubikmetern. Die beiden Tanks und die zugehörigen Leitungen, Druckerhöhung und Steuerungen werden in einer eigens dafür zu errichtenden Halle untergebracht. Dabei war es allen Beteiligten ein Anliegen, dass nicht nur die Technik, sondern auch die Optik stimmt.

So werden die Tanks in Abstimmung mit den Beteiligten (Wasserverband, Fa. Homann, Anlieger) ca. fünf Meter in den Boden versenkt, wodurch sie nur noch viereinhalb Meter herausragen, um die Gesamthöhe des Bauwerkes entsprechend den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Die der Bebauung zugeordnete Dachseite wird mit einem Gründach versehen, um eventuelle optische Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Aus demselben Grund wurde eine Fassadengestaltung in Holz und Klinker gewählt.

Das Wasser kann dort aus verschiedenen Wasserwerken, unter anderem aus Dahlinghausen, Barkhausen, Lintorf und Harpenfeld, eingespeist werden. „Die Anlage ist dafür ausgelegt, Spitzen im Wasserversorgungsnetz, die z.B. in den vergangenen Sommern leider häufiger auftraten und die die kleineren Wasserwerke an den Rand ihrer Kapazität führten, auszugleichen. Neben der Versorgung des örtlichen Gewerbes sichern die Speicherbehälter auch mittelfristig die Wasserversorgung im Osten der Gemeinde Bad Essen“, so Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage

Die projektierten Kosten der Baumaßnahme liegen bei 1,7 Millionen Euro; während der Bauzeit sind keine größeren Einschränkungen für den Straßenverkehr zu erwarten, da die Baustelle unter anderem über die Zufahrt der Firma Homann angefahren werden kann.

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Wasserverband Wittlage mit tierischen Helfern

Beweidung am Regenrückhaltebecken

Ganz schön zottelig sind sie, die neuen Rasenmäher, die am Ostercappelner Regenrückhaltebecken zum Einsatz kommen. Kein Wunder, handelt es sich doch nicht etwa um glänzende Maschinen, sondern um bunte Skudden, eine aus Ostpreußen stammende Heideschafrasse. Eine ganze Herde dieser langhaarigen Tiere beweidet jetzt das Gelände zwischen Rosental und Grüner Aue in Ostercappeln. Sie gehören zur Zucht „Skudden vom Kronensee“ einer Ostercappelner Schafhalterin und beweiden bereits seit einiger Zeit die an das Gelände des Wasserverbandes angrenzenden Flächen. Dass das Areal rund um das Regenrückhaltebecken nun hinzugekommen ist, stellt für alle Beteiligten einen Gewinn dar: Die Halterin freut sich über die Vergrößerung ihrer Weideflächen, die Schafe freuen sich über zusätzliches Grün, zumal dies in der Nähe des Wassers auch recht saftig sein dürfte, und der Verband freut sich über zuverlässige Mäher. Über die ungewöhnliche Zusammenarbeit haben der Wasserverband Wittlage als Eigentümer des Geländes und die Schafhalterin einen Vertrag abgeschlossen. Das Gelände ist mit einem Zaun versehen, sodass die Schafe in Sicherheit sind. Im Gegenzug ist die Fläche so zu beweiden, dass sie nicht mehr maschinell gemäht werden muss. Eine Pflicht, der die hübschen Vierbeiner gerne nachkommen dürften. Bei den Ostpreußischen Skudden handelt es sich um eine sehr alte Schafrasse, die schon bei den Wikingern gehalten wurde. Die Unterwolle der Tiere ist fein, die Oberwolle dagegen grob, was sie für unsere heutigen Ansprüche eher ungeeignet erscheinen lässt. Auch für die Fleischerzeugung ist die kleine Rasse nur eingeschränkt geeignet. Allerdings bestechen die Skudden durch ihre Genügsamkeit und sind in der Landschaftspflege und bei Hobbyhaltern hochgeschätzt. Für letztere, vor allem jene, denen es um den Erhalt der Artenvielfalt geht, verkörpern die Skudden mit ihren vielfältigen Farbschlägen eine schützenswerte Genreserve. Für die Hobby-Schäferin findet damit die Suche nach einer Vergrößerung der Weide ein glückliches Ende, der Wasserverband freut sich, einmal mehr ressourcenschonend und im Einklang mit der Natur seinen Aufgaben nachkommen zu können – und das sogar (weitgehend) emissionsfrei.

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Auf die Zwischenfrucht kommt es an

Untersuchungen zu Nitrat im Grundwasser

Die Bedarfe der Landwirtschaft und den Grundwasserschutz in Einklang zu bringen, stellt die Beteiligten vor große Herausforderungen. Gerade in landwirtschaftlich genutzten Gebieten mit überwiegend Festgestein, wie in Belm, weist das Grundwasser häufig erhöhte Nitratwerte auf. Nun machen die Ergebnisse eines vom Wasserverband Wittlage unterstützten Forschungsprojektes der Hochschule Osnabrück Hoffnung, dass bestimmte Fruchtfolgen zur Reduzierung dieser Werte beitragen können.

Bereits im Jahre 2017 hatte der Landkreis Osnabrück das Gebiet von der Wittekindsburg bis zum Gattberg und von Icker bis zum nördlichen Power Siedlungsrand zum Wasserschutzgebiet Belm-Nettetal erklärt – mit erheblichen Restriktionen für die Landwirtschaft hinsichtlich der Ausbringung ihres Wirtschaftsdüngers. Viele der dortigen Landwirte sind dadurch gezwungen, die auf ihrem Hof entstehende Gülle entweder in weiter entfernte Ackerbauregionen zu verfrachten, oder deren Menge zu reduzieren, was letztendlich auch einen geringeren Viehbesatz nach sich ziehen würde.

Wenig untersucht hingegen war bislang, inwieweit bestimmte Pflanzen überschüssiges Nitrat binden können. Wenn dies gelänge, würde von dem ausgebrachten Dünger weniger Nitrat ins Grundwasser gelangen, so die Überlegung. Sie gab den Anstoß zu einem Modell- und Pilotprojekt, das die Gemeindewerke Belm bzw. der Wasserverband Wittlage (als deren Rechtsnachfolger in Sachen Wasserversorgung) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Jahre 2016 gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück unter Federführung des Agrarökologen Prof. Dr. Dieter Trautz starteten. Koordiniert wurde das Projekt vom Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der nun in einer Broschüre erste Ergebnisse vorlegt.

Erhöhte Werte trotz reduzierter Düngung

Verschiedene Kulturen – Sommerraps bzw. Sommerhafer, Silomais, Winterweizen und Wintergerste; Phacelia, Buchweizen, Ölrettich und Gelbsenf als Zwischenfrüchte – wurden auf den Versuchsfeldern von drei beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben, darunter ein Betrieb, der sich in der Umstellung auf Bio-Landbau befand, angebaut. Sechs verschiedene Düngestufen bzw. Düngeformen kamen zur Anwendung. Auch eine Brachfläche gehörte zum Versuchsaufbau. Über drei Vegetationsperioden wurde das Zusammenspiel von Pflanzen und Düngung untersucht. Dabei kamen so genannte Saugkerzen zum Einsatz, die in 80 Zentimetern Tiefe jenes Sickerwasser aufnahmen, das bereits unterhalb der Wurzelzone liegt, also ins Grundwasser gelangen würde. Ebenso untersuchten die Studierenden, wie sich verschiedene Düngemengen auf dieses Sickerwasser – und damit auch auf das Grundwasser – auswirken; damit wurden die mit der niedersächsischen Düngeverordnung einhergehenden Änderungen bereits berücksichtigt.

Ergebnis: Sowohl für die Düngung nach Sollwert, als auch für die reduzierte Düngung ergeben sich häufig Nitrat-Überschüsse. Die Nitratkonzentrationen im Sickerwasser und die Nitratfrachten konnten insbesondere zu Beginn der Sickerwasserperiode durch eine reduzierte Düngung verringert werden. Dennoch wurde im Sickerwasser der Trinkwasser-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter mit durchschnittlich 81,8 Milligramm über alle Jahre und Kulturen für die reduziert gedüngte Variante deutlich überschritten. Es zeigte sich aber, dass vielmehr die Bewirtschaftungsmaßnahmen, wie Fruchtfolgeplanung und Zwischenfruchtanbau, zu einer Verbesserung der Sickerwasserqualität beitragen können. So waren im Versuch insbesondere unter der Brache, sowie unter den Kulturen Winterweizen und Wintergerste in jedem Versuchsjahr hohe Nitratwerte zu messen, wohingegen unter Zwischenfrüchten nach Gerste oder Raps/Hafer geringere Nitratfrachten festgestellt wurden.

Trockene Sommer beeinflussen Ergebnisse

Bei den Ergebnissen sind die besonderen klimatischen Gegebenheiten der Jahre 2018 und 2019 mit ihren trockenen Sommern zu berücksichtigen. Hier führte ein geringeres Pflanzenwachstum zu höheren Stickstoffrestmengen im Boden. Das Projekt ist jetzt Bestandteil der landesweiten Aufgaben zum kooperativen Grundwasserschutz gemäß Niedersächsischem Wassergesetz. Es fand bereits Beachtung in der lokalen sowie in der Fachpresse; für vergleichbare Wasserschutzgebiete lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten.

Bis 2024 wird das Projekt fortgeschrieben – wiederum mit der Unterstützung des Wasserverbandes Wittlage. Denn: „Das, was sich, so wie hier, durch wissenschaftliche Erkenntnisse nachweisen lässt und zur nachhaltigen Sicherstellung der Grundwasserqualität beiträgt, ist hilfreicher als jede Mutmaßung“, so die Einschätzung von Wasserverbandsgeschäftsführer Uwe Bühning.

Die Projektfortschreibung – auf der inzwischen auf Ökolandbau umgestellten Fläche – nimmt vor allem in den Blick, inwieweit eine mechanische Unkrautregulierung sowie die Verwendung von Kleegras zur Bindung von Stickstoff beitragen.

Die Broschüre des NLWKN mit der ausführlichen Projektbeschreibung, den Ergebnissen und einem Fazit findet sich auf der Homepage des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

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Wasserverband Wittlage jetzt auch beim Trinkwasser Partner der Gemeinde Bissendorf

Betriebsführungsvertrag unterzeichnet

Zum 1. Januar 2021 wurde der Betriebsführungsvertrag zwischen der Gemeinde Bissendorf und dem Wasserverband Wittlage wirksam. Damit übernimmt der Wasserverband zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben in der Gemeinde Bissendorf, nämlich der Schmutz- und Regenwasserentsorgung, nun auch die Betreuung von 60 Kilometern Trinkwasser-Leitungsnetz und 2.300 Hausanschlüssen auf Bissendorfer Gemeindegebiet.

Hintergrund: Der Wasserverband Wittlage versorgt die Gemeinden Bad Essen, Belm, Bohmte und Ostercappeln mit Trinkwasser. Für die Unterhaltung der Anlagen waren die Stadtwerke Osnabrück zuständig, das Leitungsnetz wurde von der Gemeinde in Eigenregie betreut. Der Vertrag der Gemeinde mit den Stadtwerken lief jedoch zum Ende des Jahres 2020 aus und die Betriebsführung allein aus den eigenen Reihen abzudecken, wäre aufgrund personeller Engpässe nicht möglich gewesen.

Mit der neuen Regelung werden nun die am Standort Belm beschäftigten Mitarbeiter des Wasserverbandes Wittlage auf Bissendorfer Gemeindegebiet die technische Bewirtschaftung des Trinkwassernetzes übernehmen. Für den Wasserverband Wittlage ergeben sich durch die Vereinbarung Synergieeffekte im Hinblick auf die Aufgabenerledigung und Wirtschaftlichkeit, wie Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage, erklärt. Auch Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter begrüßt die Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Wittlage, der bereits seit vielen Jahren in der Regen- und Abwasserentsorgung ein kompetenter Partner der Gemeinde ist.

Die Ortsteile Jeggen, Natbergen (nördlich der Mindener Straße) sowie Wissingen und Wersche sind von der neuen Regelung nicht betroffen, denn sie werden weiterhin vom Wasserbeschaffungsverband Jeggen versorgt. Auch abrechnungstechnisch ändert sich für die Trinkwasserkunden innerhalb der Gemeinde Bissendorf nichts; sie erhalten ihre Verbrauchsabrechnung nach wie vor von der Gemeinde Bissendorf bzw. dem Wasserbeschaffungsverband Jeggen.

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"Hauptlast trägt der Verbraucher"

Wassergroschen für den Niedersächsischen Weg

Altkreis Wittlage/Belm. Mit dem „Niedersächsischen Weg“ hat die Landesregierung gemeinsam mit Naturschutzverbänden, Landvolk und Landwirtschaftskammer eine Vereinbarung für mehr Umwelt-, Arten- und Gewässerschutz getroffen, die mit strengeren Auflagen für die Landwirte verbunden ist. Finanziert wird das Konzept über den „Wassergroschen“ – sehr zum Leidwesen der Wasserversorger und letztendlich auch der Verbraucher.

Wenn dieser Tage die Wasserrechnung ins Haus flattert, wird sich manch einer über eine Preissteigerung wundern. Grundlage der Erhöhung ist die Finanzierung des sogenannten „Niedersächsischen Weges“, den Landwirte, Naturschützer und Landesregierung gemeinsam entwickelt haben und in dem sie sich auf einen verminderten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie auf Programme zum Artenschutz einigen. Damit wird der Natur- und Artenschutz vor allem in der Landwirtschaft konkret, zieht aber vielerorts auch einen höheren Preis für Trinkwasser nach sich.

Denn mit dem im November vom Niedersächsischen Landtag einstimmig beschlossenen Gesetz zur Umsetzung des „Niedersächsischen Weges“ ist eine Vielzahl von Maßnahmen verbunden – und entsprechende Ausgleichszahlungen an die Landwirte. Immerhin betrifft sie der vereinbarte Maßnahmenkatalog unmittelbar, sei es, wenn es um die Neugestaltung bzw. Verbreiterung von Gewässerrandstreifen geht oder um die Reduzierung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder der Ausbringung von Gülle. Damit den Bauern daraus jedoch keine finanziellen Nachteile erwachsen, sollen sie entschädigt werden. Zur Gegenfinanzierung hat man – nicht nur im übertragenen Sinne – eine Quelle aufgetan: die Wasserentnahmegebühr (WEG), eher bekannt als „Wassergroschen“.

Der ist zwar nicht neu, sondern wurde vielmehr bereits 1992 vom Land Niedersachsen ins Leben gerufen. Gesetzlich beabsichtigt war seine Verwendung für Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und des Wasserhaushaltes sowie für Maßnahmen der Wasserwirtschaft und des Natur- und Grundwasserschutzes. Der Beitrag wird vom Land festgelegt und muss von den Wasserversorgern, wie dem Wasserverband Wittlage, an das Land abgeführt werden.

Mit dem am 10. Dezember verabschiedeten Haushaltsbegleitgesetz wird dieser Beitrag schon ab 1. Januar verdoppelt, was bei den Wasserversorgern nachvollziehbar auf Kritik stößt. „Wir sehen die ökologischen Maßnahmen, die ja auch zur Qualitätssicherung in der Trinkwasserversorgung beitragen, durchaus positiv. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Ausgleichszahlungen nicht ausschließlich über das Wasserentnahmeentgelt (WEG) finanziert werden. Jetzt trägt der Verbraucher die Hauptlast“, sagt Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage. Wie der Wasserverband mit Sitz in Rabber, der die Gemeinden des Altkreises Wittlage und die Gemeinde Belm mit Trinkwasser versorgt, kommen die meisten Wasserversorger nicht umhin, die ihnen auferlegte Gebühr zumindest teilweise in die Verbrauchsabrechnung einfließen zu lassen.

Hinzu kommt, dass in Niedersachsen zwar jeder, der Grundwasser aus dem Boden entnimmt, die WEG entrichten muss – dies aber in unterschiedlicher Höhe. So zahlen die Trinkwasserkunden seit jeher eine höhere WEG als beispielsweise Industrie und Landwirtschaft – und sind deshalb von der Erhöhung auch doppelt betroffen. „Gemeinsam mit unserem Dachverband haben wir uns für Gebührengerechtigkeit eingesetzt: Die Finanzierung der Ausgleichsleistungen für mehr Natur- und Artenschutz soll nicht größtenteils auf Kosten unserer Trinkwasserkunden gehen. Auch war unsere Forderung, andere Nutzergruppen stärker in die Verantwortung zu ziehen. Die Mehrkosten für Trinkwasser wurden jedoch durch die Landesregierung beschlossen und waren nicht mehr zu verhindern“, heißt es seitens des Wasserverbandes Wittlage.

„Für die Wasserversorgung in den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln bedeutet die Verdopplung der WEG konkret einen Mehraufwand in Höhe von 240.000 Euro, der bei einem Wasserpreis von 92 Cent pro Kubikmeter nicht aus den laufenden Entgelten finanziert werden kann, bzw. zu einer erheblichen Unterdeckung führt“, führt Bühning aus. Die Gemeinden haben deshalb einer Erhöhung des Wasserpreises um 8 Cent auf 1 Euro pro Kubikmeter beschlossen. Dieser Betrag wird bereits bei der aktuellen Festsetzung der Vorauszahlung berücksichtigt. Die Tarife für die Schmutz- und Regenwasserbeseitigung bleiben von der neuen Gesetzgebung unberührt.

„Für die Wasserversorgung in der Gemeinde Belm hatten wir vor dem Hintergrund des Jahresabschlusses 2019 sowie des zu erwartenden Ergebnisses für 2020 eigentlich eine Wasserpreissenkung in Aussicht gestellt. Diese Senkung ist aufgrund der Erhöhung der WEG nun leider nicht möglich“, bedauert Bühning. Für die Belmer Haushalte bleibt es somit unverändert bei einem Wasserpreis von 1,45 Euro pro Kubikmeter. Die Tarife für die Schmutz- und Regenwasserbeseitigung bleiben von der neuen Gesetzgebung unberührt.

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