Aktuelle Pressemitteilungen

​​​​​​​Verstärkung aus den Mitgliedsgemeinden Bad Essen und Bohmte

Der Wasserverband Wittlage begrüßt seine neuen Auszubildenden

Bad Essen-Rabber. Woher kommt eigentlich unser Wasser und wie wird es aufbereitet? Und auf welchen Wegen gelangt es überhaupt in die Haushalte? Fragen, die Cedrik Macho und Benjamin Höckmann bald ganz genau beantworten können, denn sie sind die neuen Auszubildenden beim Wasserverband Wittlage.

Am Montag, 2. August, war es soweit: Für die Kollegen startete eine neue Arbeitswoche und für die beiden „Neuen“ beim Wasserverband das Berufsleben. Cedrik absolviert hier eine Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Rohrleitungsbau, Benjamin hat sich für eine Lehre zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik entschieden. Beide sind 16 Jahre alt und haben die Oberschulen in ihren Heimatorten abgeschlossen – Cedrik in Bohmte, Benjamin in Bad Essen.

Auf den Wasserverband als Arbeitgeber aufmerksam geworden sind sie über das Internet bzw. ein Praktikum. „Das hat mir gut gefallen. Alle sind sehr nett, der Beruf ist interessant“, sagt Benjamin. Er wird als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik mit dazu beitragen, dass im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Wittlage jederzeit einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung steht. Seine Einsatzorte werden vor allem die Wasserwerke des Verbandes sein.

Cedrik wird nach seiner Ausbildung die Infrastruktur des Wasserversorgungsnetzes mit all seinen Leitungen und Druckerhöhungsstationen wie seine Westentasche kennen. Mit seiner Entscheidung für eine Ausbildung in Tief- und Rohrleitungsbau hat auch er einen Beruf mit Zukunft gewählt.

Doch zunächst einmal hieß es für beide: Ankommen. An ihrem ersten Tag wurden sie von ihrem Ausbilder, Wassermeister Wilhelm Tiemeyer, erst einmal den Kollegen vom Bauhof und der Werkstatt in Rabber vorgestellt, bevor es ins Wasserwerk Harpenfeld ging.

Qualifizierte Mitarbeiter in der Daseinsvorsorge

Für uns als Kunden und Verbraucher ist störungsfreie Sicherheit rund um die Uhr bei Wasser und Abwasser selbstverständlich. Diese wird nicht nur von modernen Anlagen, sondern auch von qualifizierten Fachkräften jederzeit gewährleistet. „Deshalb sind für uns als Unternehmen der Daseinsvorsorge gut ausgebildete Mitarbeiter enorm wichtig. Und deshalb freuen wir uns über motivierte junge Menschen, die unser Team verstärken möchten“, sagt Wasserverbandsgeschäftsführer Uwe Bühning.

Und worauf kommt es dem Wasserverband genau an bei der Auswahl seiner Auszubildenden? „Wir müssen spüren, dass der Bewerber sich für den jeweiligen Beruf, aber auch für die Aufgaben des Wasserverbandes wirklich interessiert. Gern geben wir jungen Leuten aus unseren Mitgliedsgemeinden, also aus Bad Essen, Belm, Bissendorf, Bohmte und Ostercappeln, eine Chance“, verrät Personalleiterin Melanie Kösterke.

Umgekehrt hat der Wasserverband Wittlage seinen Auszubildenden auch viel zu bieten. „Als öffentlicher Arbeitgeber mit kommunaler Trägerschaft stehen wir für faire Entlohnung und geregelte Arbeitszeiten auf Grundlage des gültigen Tarifvertrages für Versorgungsbetriebe. Hinzu kommen eine attraktive betriebliche Altersversorgung und unser betriebliches Gesundheitsmanagement“, zählt die Personalleiterin nur einige der vielen ,Benefits‘ beim Wasserverband Wittlage auf.

Dies allein zeigt schon: Auch wenn am Beginn der Ausbildung Leistungen zur Altersvorsorge noch nicht so interessant sein dürften – die Rahmenbedingungen stimmen hundertprozentig beim Wasserverband. Gleiches gilt für die Zukunftsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Aber wie ist das Arbeitsumfeld? Schließlich muss die Arbeit doch auch Spaß machen. Kösterke: „Bei uns ist Teamarbeit kein leeres Wort. Bei uns wird kollegiales Miteinander gelebt. Und, ganz wichtig, wir sind stolz auf unsere sehr guten modernen Arbeitsbedingungen – von der digitalen Infrastruktur über den Maschinen- und Fuhrpark bis hin zur Ausstattung der Arbeits- und Sozialräume.“

Keine Frage also: Mit einer Ausbildung beim Wasserverband Wittlage hat man es gut getroffen!

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Moderne Technik und Fragen der Zukunft

Kommunal- und Bundespolitiker besuchen Wasserwerk Engter-Niewedde

Venne. Hochwasser einerseits, Wasserknappheit andererseits: Fragen rund ums Wasser beschäftigen Bürger und Politik mehr denn je. Bei einem Lokaltermin im Wasserwerk Engter-Niewedde erhielten CDU-Bundestagskandidat André Berghegger und Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Ostercappeln vom Wasserverband Wittlage Wasserwissen aus erster Hand.

Das Wasserwerk Engter-Niewedde befindet sich auf Belmer Boden, nahe der Grenze zu Bramsche und wird seit seiner Errichtung Anfang der 1980er Jahre gemeinsam von den Wasserverbänden Wittlage und Bersenbrück betrieben. Ein gutes Beispiel kommunaler Zusammenarbeit also, wie Wasserverbandsvorsteher Günter Harmeyer betonte. Beim Wasser zeige sich eben, dass in größeren Zusammenhängen und Zeiträumen gedacht werden müsse und so seien auch der Beitritt der Gemeinden Belm und Bissendorf zum Wasserverband Wittlage wie auch dessen Wasserlieferungsvertrag mit den Stadtwerken Osnabrück – seit 2020 kann der Verband über eine Druckleitung Wasser aus dem Stadtwerke-Brunnen Wittefeld beziehen – nur folgerichtig gewesen. 

Dass es bei sämtlichen Planungen rund um die 24/7-Wasserversorgung der Bevölkerung komplexe Sachverhalte zu berücksichtigen gilt, erläuterten Verbandsgeschäftsführer Uwe Bühning und Wassermeister Wilhelm Tiemeyer, der für die CDU das Amt des Venner Ortsbürgermeisters anstrebt, den interessierten Zuhörern beim Gang durch das Vorzeigewasserwerk.

Hier wurden im vergangenen Jahr 500.000 Euro in neue Technik investiert, sodass die Anlage nicht nur energetisch vorbildlich ist, sondern über ein großzügig dimensioniertes Notstromaggregat die Haushalte und Betriebe jederzeit zuverlässig mit Wasser versorgen kann, wie Tiemeyer erklärte. Das ohnehin im Brunnenbereich schon sehr gute Rohwasser wird hier in zwei Filteranlagen noch weiter aufbereitet –  180 Kubikmeter Wasser aus drei Brunnen werden so pro Stunde. 800 Kubikmeter fasst der Speicher, sodass das kühle Nass aus Venne so schnell nicht ausgeht.

Ob es denn konkreten Anlass zur Sorge hinsichtlich Grundwasserqualität und -quantität in der Region gebe, wollte MdB Berghegger wissen. Die Qualität des Grundwassers sei weiterhin ausgezeichnet, durch die zusätzlichen Mengen weichen Wassers aus Osnabrück ergebe sich eine gute Mischung, bestätigte Tiemeyer. Gleichwohl, so Tiemeyer und Bühning, sei es herausfordernd Brunnen zu finden, die den Anforderungen an Güte und Dargebot entsprächen. Bühning:

Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre machten ein komplexes Mengenmanagement erforderlich.

Hier habe man sich nicht allein auf die Automatisierung verlassen, vielmehr habe Wassermeister Tiemeyer vor allem in Zeiten der Entnahmespitzen teilweise händisch die Zufuhr aus den verschiedenen Brunnen und Speichern in das Leitungsnetz geregelt. Schließlich gelte es, genehmigte Fördermengen nicht zu überschreiten. Dies sei ganz im Sinne des Grundwasserschutzes, denn selbst die starken Regenfälle der vergangenen Wochen würden nicht entscheidend zur Grundwasserneubildung beitragen, da die Regenmassen über die versiegelten Flächen unmittelbar ins Kanalnetz oder ins Oberflächenwasser gelangten. Zudem bilde sich das Grundwasser vor allem durch Niederschläge außerhalb der Vegetationsperioden. Retention und Gewässerentwicklung seien hier die Stichworte, so Bühning.

Umgekehrt werde die Landwirtschaft angesichts des sich verändernden Klimas zukünftig kaum um Beregnungen umhinkommen, evtl. müsse hier über Zisternen bevorratet bzw. Brauchwasser genutzt werden. Auch sei eventuell ein Trinkwasserverbrauch von 130 Litern pro Kopf und Tag zu hinterfragen. Bühning abschließend: „Wo fängt die Daseinsvorsorge an? Was hat Vorrang: die Nutzung für den privaten Komfort oder die Nutzung durch die Landwirtschaft zur Nahrungserzeugung? Das sind die Fragen, denen wir uns stellen müssen.“

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Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Wasserverband und Unterhaltungsverband appellieren an Politik und Bürger

Altkreis Wittlage/Belm/Bissendorf. Starkregenereignisse kommen immer wieder vor. Allerdings ereignen sich solche Wetterlagen inzwischen spürbar häufiger, in größerem Ausmaß und nicht selten auch in Gebieten, die üblicherweise nicht von Hochwasser betroffen sind. Besteht auch in unserer Region ein solches Risiko? Dazu äußern sich Uwe Bühning, Geschäftsführer von Wasserverband Wittlage und Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV 70), und UHV70-Verbandsvorsteher Hermann Steuwer.

Herr Bühning, wie schätzen Sie die Risiken für Hochwasser und Überschwemmungen in unserer Region, konkret im Versorgungsgebiet des Wasserverbandes Wittlage bzw. im Zuständigkeitsbereich des UHV 70, ein?

Bühning: Zunächst einmal haben wir hier natürlich einen topographischen Vorteil im Vergleich zu den aktuell betroffenen Regionen: Nur geringe Teile unseres Versorgungsgebietes sind so beschaffen, dass der Durchfluss der Gewässer bei Starkregen eingeschränkt sein könnte, d. h. unsere Flüsse und Bäche durchfließen keine engen Täler, in denen sie sich aufstauen könnten. 

Allerdings zeigen sich auch bei uns Veränderungen des Klimas: Wetterlagen, die über längere Zeit konstant bleiben, also entweder konstante Trockenheit oder konstanten Regen, verzeichnen wir häufiger als früher. Dem müssen wir Rechnung tragen.

Welche Maßnahmen ergreift der Wasserverband Wittlage zur Prävention von Hochwasser?

Bühning: Starkregenereignisse können zu einer hydraulischen Überlastung im öffentlichen Kanal führen. Das Regenwasser kann dann nicht mehr ablaufen, so kann Wasser aus dem Kanalnetz in die privaten Hausleitungen hineindrücken und, umgekehrt, Abwasser aus den Häusern nicht mehr in den Kanal fließen. Unser Kanalnetz für Niederschlagswasser ist so ausgelegt, dass es die Regenmengen eines Starkregenereignisses fassen kann, allerdings nicht extreme Niederschläge, wie sie sich jetzt in den betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ereignet haben. Deshalb appellieren wir grundsätzlich an die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung, vorbeugenden Hochwasserschutz bei zukünftigen Bauleitplanungen stärker zu berücksichtigen. Dies ist aus unserer Sicht unverzichtbar im Sinne der Klimafolgenanpassung. Auch Grundstückseigentümer möchten wir aufrufen, die Oberflächenversiegelung möglichst gering zu halten, damit auch Wasser im Boden versickern kann und nicht das gesamte Niederschlagswasser über die Kanalisation abgeleitet werden muss – dies schützt nicht nur vor Rückstau bei Hochwasser, sondern hat auch positive Effekte im Hinblick auf die Grundwasserneubildung.

Während der Wasserverband sich um die Abwasserentsorgung sowie um die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser aus Brunnen, also aus dem Grundwasser, kümmert, ist der UHV70 mit allen Fragen rund um unsere Oberflächengewässer befasst. Was unternimmt der Unterhaltungsverband zum Hochwasserschutz?

Bühning: In der „Verordnung über die Gewässer und Gewässerabschnitte, bei denen durch Hochwasser nicht nur geringfügige Schäden entstanden oder zu erwarten sind“ des Landes Niedersachsen sind auch Bornbach, Elze, Hunte und Lecker Mühlbach aufgeführt. Hier hat aber der UHV 70 in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zu deren Renaturierung ergriffen und weitere sind in Arbeit bzw. Planung. Dadurch wurde und wird die Rückhaltekapazität dieser Gewässer erhöht und deren Fließgeschwindigkeit und der damit verbundene Druck bei Hochwasser gesenkt.

Steuwer: Darüber hinaus möchte auch ich an die Kommunen appellieren, bei der Bauleitplanung mehr an den Hochwasserschutz zu denken. Generell wird zu viel versiegelt und gleichzeitig zu wenig Retentionsraum zum Ausgleich dieser Versiegelungen geschaffen. Außerdem wurden bei der Ausweisung und Erschließung von Baugebieten in der Vergangenheit auch in unserer Region Fehler gemacht, etwa indem eine ausgedehnte Bebauung in Überschwemmungsgebieten ermöglicht wurde oder die Grundstücke zu nahe an die Gewässer heranreichen, sodass wir im Ernstfall kaum unserer Unterhaltungspflicht nachkommen können.

Wir als Unterhaltungsverband haben unsere Hausaufgaben gemacht, aber unsere Mahnungen wurden in den Entscheidungsprozessen allzu oft übergangen. Zum Schutze der Öffentlichkeit muss aber in dieser Hinsicht dringendst ein Umdenken stattfinden, denn schon bald könnte auch unsere Region von Starkregenereignissen mit bis zu 300 Litern und mehr pro Quadratmeter betroffen sein, wie es jetzt in den Hochwassergebieten der Fall war. Ich erinnere daran, dass wir 2010 Regenmengen von 160 Litern pro Quadratmeter verzeichneten und dies schon mit extremen Auswirkungen verbunden war. Nur allzu schnell werden diese Ereignisse vergessen.

Zu welchen Vorsorgemaßnahmen raten Sie den Bürgerinnen und Bürgern?

Bühning: Vorsorge muss generell öffentlich und privat getroffen werden und wir als Wasserverband bzw. Unterhaltungsverband leisten unseren Beitrag im Sinne von Versorgungsicherheit und Bevölkerungsschutz. Dennoch gilt es, im Vorfeld bzw. im Falle eines Falles einige Dinge zu beherzigen. 

So dürfen Regenrinnen und Fallrohre nicht verstopft sein und sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Besonders Lichtschächte vor Kellerfenstern, ebenerdige Türen und Kellerabgänge sind von oberflächlich abfließendem Wasser gefährdet. Deshalb müssen auch Gullis vor Kellereingängen immer durchlässig sein. Oft sammeln sich in deren Innerem unbemerkt Schmutz und Laubreste an. Regenwasser kann aber auch durch Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz über die Hausanschlussleitungen in Kellerräume eindringen. Hier haben sich Rückstausicherungen als sehr nützlich erwiesen; sie sollten aber regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Laufen dennoch einmal erhebliche Mengen Wasser in den Keller, sollte die Feuerwehr informiert und der Keller keinesfalls betreten werden, da möglicherweise ein tödlicher Stromschlag aufgrund dort häufig auf Putz verlegter Leitungen eintreten kann.

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Transportkosten werden reduziert

Wasserverband Wittlage setzt auf Mobilität bei der Klärschlammentsorgung

Altkreis Wittlage/Belm/Bissendorf. Zur Entwässerung des anfallenden Klärschlammes auf seinen acht Kläranlagen setzt der Wasserverband Wittlage ab sofort eine eigene mobile Schlammentwässerung ein. In der Vergangenheit wurde diese Leistung an andere Firmen vergeben, mit der neuen Anlage kann der Verband die Entwässerung der Klärschlämme mit eigenem Personal und eigenem Gerät durchführen. Das bringt mehr Flexibilität und geringere Kosten mit sich, sagt Timo Ognibeni, Bereichsleiter Abwasserbeseitigung beim Wasserverband Wittlage, der Funktionsweise und Vorteile der neuen Anlage erklärt.

Was ist eigentlich Klärschlamm?

Klärschlamm fällt auf Kläranlagen bei der Abwasserreinigung an und muss entsorgt werden. Der Schlamm besteht zu drei bis fünf Prozent aus fester Substanz, der Rest ist Wasser. Das Wasser macht mithin den Großteil des Volumens und des Gewichts des Klärschlamms aus – mit entsprechenden Kosten beim Weitertransport.

Warum eine Klärschlammentwässerung?

Mit der mobilen Schlammentwässerung wird der anfallende Klärschlamm entwässert. So wird ein Trockensubstanzgehalt von ca. 25 Prozent erreicht. Dies führt zu erheblicher Volumenreduzierung und dadurch insgesamt zu geringeren Kosten in der Verwertung. Vereinfacht gesagt: Es muss weniger Wasser transportiert und entsorgt werden.

Wie sieht die Anlage aus?

Die Mobile Schlammentwässerung ist in einem schallisolierten Container von ca. acht Metern Länge untergebracht. Das Herzstück der Anlage ist die Zentrifuge, welche mit hoher Drehzahl und Gegendruck den Klärschlamm weiter entwässert. Zudem ist im Container die komplette elektrische Ausrüstung mit Fernüberwachung, Schlammförderung, Flockungshilfsmittelanlage sowie Verrohrung installiert.

Wo kommt die Anlage zum Einsatz?

Die Anlage ist mobil, d. h. sie wird an allen unseren Kläranlagen eingesetzt.

Was passiert nach der Schlammentwässerung?

Nach der Entwässerung wird der Schlamm von einer Fremdfirma direkt zu einem Kraftwerk transportiert und dort verbrannt. Zukünftig wird der Wasserverband Wittlage die entwässerten Klärschlämme aus seinen Anlagen in einer Kooperation mit Entsorgern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in einer zentralen Anlage in Ostwestfalen-Lippe thermisch verwerten, womit mittelfristig die Rückgewinnung von wertvollem Phosphor einhergeht.

Wieviel Schlamm fällt in einer Kläranlage monatlich an?

Insgesamt fallen auf allen acht Kläranlagen des Wasserverbandes Wittlage ca. 30.000 Kubikmeter Klärschlamm an. Diesen werden wir nun in Eigenregie entwässern.

Kann man sagen, wieviel Schlamm pro Haushalt anfällt?

Schwierig. Rein rechnerisch sind es ca. 22 Kilogramm Klärschlamm pro Person. Aber die Gewerbebetriebe gehören natürlich auch in die Kalkulation und dort fällt mehr an als in einem privaten Haushalt.

Wie oft muss der Schlamm abgefahren werden?

Je nachdem wieviel wir entwässern. Wir gehen davon aus, dass wir insgesamt jedes Jahr ca. 5.500 Tonnen entwässerten Klärschlamm abtransportieren können.

Wieviel Kubikmeter werden in der Anlage pro Stunde bearbeitet?

Pro Stunde werden bis zu 15 Kubikmeter Klärschlamm entwässert.

Muss die Bearbeitung unter Aufsicht erfolgen?

Die Anlage läuft automatisiert. In der Regel sind nur Stichproben erforderlich. 

Entsteht eine für Anwohner wahrnehmbare Geruchs- oder Lärmentwicklung?

Nein, der Container ist komplett schallisoliert. Entwässert wird stabilisierter Klärschlamm, dieser ist in der Regel geruchsneutral.

Wann rechnet sich eine solche Anlage?

Stellt man die bisherigen Kosten den Anschaffungs- und Betriebskosten der neuen Anlage gegenüber, so kann von deren Amortisierung bereits in zweieinhalb bis drei Jahren ausgegangen werden.

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Kein „Wasser marsch!“ bei der Poolbefüllung

Wasserverband Wittlage rät zu sorgsamem Umgang mit dem Lebensmittel Nr. 1

Altkreis Wittlage/Belm/Bissendorf. Das Barometer steht auf „Hoch“, der Sommer ist da – und mit den steigenden Temperaturen naturgemäß der Wunsch nach Abkühlung. Entsprechend hat die Zahl der Gartenpools in den vergangenen Jahren zugenommen und tut es weiterhin. Ob fest eingebaut oder zum Aufblasen für die Sommersaison – je mehr solcher Becken befüllt werden und je größer diese sind, desto stärker wirkt sich dies in wasserknappen Zeiten aus.

Risiko Druckabfall

Hinzu kommt: Bis ein Becken per Gartenschlauch aus dem Wasserhahn befüllt ist, kann schon einige Zeit verstreichen. Daher erreicht den Wasserverband Wittlage häufig der Wunsch seiner Kunden, ein Standrohr auszuleihen, um damit das Wasser vom nächsten Hydranten zu beziehen. „Diesem Wunsch kann für die Poolbefüllung nicht entsprochen werden, da eine abrupte Abgabe großer Wassermengen über Standrohr zum Druckabfall im Leitungsnetz führen kann, von dem letztlich andere Haushalte beeinträchtigt würden“, so Verbandsgeschäftsführer Uwe Bühning.

Kostbares Trinkwasser

Zum Vergleich: Selbst aufblasbare Gartenpools haben heute ein Fassungsvermögen von 10 bis 20 Kubikmeter. Wenn man bedenkt, dass der jährliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch bei etwa 45 Kubikmetern liegt, wird deutlich, welche Trinkwassermengen in das private Poolvergnügen fließen. Zudem besteht die Gefahr, dass über unsachgemäße Benutzung des Standrohres Keime ins Trinkwassernetz gelangen, heißt es seitens des Wasserverbandes.

Poolwasser nicht im Garten entsorgen

Doch auch bei der Poolbefüllung aus dem heimischen Wasserhahn gilt: Poolwasser ist, etwa durch Chlorzugabe, meist chemisch behandelt. Es enthält Hautpartikel und Reste von Sonnencreme und anderen Pflegeprodukten. Mithin handelt es sich bei Poolwasser um Abwasser, das nach der Nutzung nicht im Garten verwendet werden darf, sondern über die Schmutzwasserkanalisation im Garten entsorgt werden muss. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren stark gefallenen Grundwasserspiegel appelliert der Wasserverband an die Verbraucher, mit dem Lebensmittel Nr. 1 sorgsam umzugehen. „Dazu gehört es, sowohl den Wunsch nach privatem Poolvergnügen kritisch zu hinterfragen, wie auch die Gartenbewässerung maßvoll zu handhaben und auf das Rasensprengen möglichst zu verzichten“, so Bühning.

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Baumaßnahme in Heithöfen abgeschlossen

Mittellandkanal musste unterquert werden

Bad Essen-Heithöfen. 30 Haushalte in zentraler Lage von Bad Essen-Heithöfen konnte der Wasserverband Wittlage an die Kanalisation anschließen; dieser Tage wurde die umfangreiche Baumaßnahme abgeschlossen.

Die Ortschaft war bislang als einzige in der Gemeinde Bad Essen noch nicht Teil des öffentlichen Abwassernetzes. Im Zuge der Entwicklung des Neubaugebietes „Am Reiterhof“ wurde die Abwasserbeseitigung für den gesamten Bereich neu konzipiert – mit Anschluss an das bestehende Kanalnetz im Ortsteil Wimmer.

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten kam ein Freigefällekanal nicht infrage. Stattdessen wird das System der Druckentwässerung angewendet. Hierfür wurde jedes der angeschlossenen Grundstücke mit einer Pumpstation ausgestattet, über die das Abwasser in die Druckrohrleitung gelangt. Da die Pumpen über ein Schneidsystem verfügen, reicht für diese Leitung ein Durchmesser von nur 63 bis 90 Millimetern.

Dies erweist sich auch bei der zweiten Besonderheit von Vorteil – der Unterquerung des Mittellandkanals. Sie war erforderlich, um die Leitung an das Kanalnetz in Wimmer anschließen zu können. Zur Kanalunterquerung wurde das sogenannte Horizontalspülverfahren angewendet. Dabei handelt es sich um eine Richtbohrtechnik, mit der Rohrleitungen unterirdisch horizontal verlegt werden können, ohne dazu einen Graben ausheben zu müssen. Die Horizontalspülbohranlage bohrt einen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug ein oder mehrere Rohre. In geschlossener Bauweise wurde nach diesem Prinzip fünf Meter unterhalb der Kanalsohle auf einer Gesamtlänge von 180 Metern gebohrt.

Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Maßnahme in Heithöfen Rohrleitungen auf rund zwei Kilometern Länge erstellt. Zahlreiche Anwohner hatten von dem Angebot des Kanalanschlusses durch den Wasserverband Wittlage Gebrauch gemacht, der auch die Wartung der Pumpe und des Schachtes übernimmt. Die Anlieger müssen lediglich die Stromkosten für ihren jeweiligen Pumpenbetrieb tragen und natürlich die Abwasserentgelte. Im Gegenzug entfallen die Aufwendungen für die dezentrale Abwasserbeseitigung.

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2.000 Kubikmeter Wasser im Tank

Erster Spatenstich für den Speicher Lintorf

Bad Essen-Lintorf. Zum symbolischen ersten Spatenstich für den neuen Trinkwasserspeicher in Lintorf trafen sich die Verantwortlichen des Wasserverbandes Wittlage, der Eigentümer und Auftraggeber der Anlage ist, sowie der Gemeinde Bad Essen und der Ortschaft Lintorf.

Die Fa. Homann hatte mit dem Ausbau ihres Werks am Standort Lintorf lediglich den letzten Anstoß für ein Projekt gegeben, das der Wasserverband Wittlage schon seit geraumer Zeit verfolgt, nämlich die Erweiterung der Speicherkapazitäten für die Ortschaften Lintorf und Dahlinghausen. Jetzt also wird die Baustelle eingerichtet, alle Genehmigungen sind erteilt und es kann losgehen mit dem Bau des neuen Trinkwasserspeichers in Lintorf. Doch bevor das schwere Gerät anrollt, wurde der symbolische erste Spatenstich genutzt, um noch einmal das Vorhaben vorzustellen:

Im Zuge der Erweiterung der Produktionsstätte der Firma Homann und zur langfristigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Osten der Gemeinde Bad Essen errichtet der Wasserverband Wittlage auf eigenem Gelände in Bad Essen-Lintorf einen Trinkwasserspeicher, genauer gesagt zwei Speicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1.000 Kubikmetern. Die beiden Tanks und die zugehörigen Leitungen, Druckerhöhung und Steuerungen werden in einer eigens dafür zu errichtenden Halle untergebracht. Dabei war es allen Beteiligten ein Anliegen, dass nicht nur die Technik, sondern auch die Optik stimmt.

So werden die Tanks in Abstimmung mit den Beteiligten (Wasserverband, Fa. Homann, Anlieger) ca. fünf Meter in den Boden versenkt, wodurch sie nur noch viereinhalb Meter herausragen, um die Gesamthöhe des Bauwerkes entsprechend den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Die der Bebauung zugeordnete Dachseite wird mit einem Gründach versehen, um eventuelle optische Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Aus demselben Grund wurde eine Fassadengestaltung in Holz und Klinker gewählt.

Das Wasser kann dort aus verschiedenen Wasserwerken, unter anderem aus Dahlinghausen, Barkhausen, Lintorf und Harpenfeld, eingespeist werden. „Die Anlage ist dafür ausgelegt, Spitzen im Wasserversorgungsnetz, die z.B. in den vergangenen Sommern leider häufiger auftraten und die die kleineren Wasserwerke an den Rand ihrer Kapazität führten, auszugleichen. Neben der Versorgung des örtlichen Gewerbes sichern die Speicherbehälter auch mittelfristig die Wasserversorgung im Osten der Gemeinde Bad Essen“, so Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage

Die projektierten Kosten der Baumaßnahme liegen bei 1,7 Millionen Euro; während der Bauzeit sind keine größeren Einschränkungen für den Straßenverkehr zu erwarten, da die Baustelle unter anderem über die Zufahrt der Firma Homann angefahren werden kann.

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Wasserverband Wittlage mit tierischen Helfern

Beweidung am Regenrückhaltebecken

Ostercappeln. Ganz schön zottelig sind sie, die neuen Rasenmäher, die am Ostercappelner Regenrückhaltebecken zum Einsatz kommen. Kein Wunder, handelt es sich doch nicht etwa um glänzende Maschinen, sondern um bunte Skudden, eine aus Ostpreußen stammende Heideschafrasse. Eine ganze Herde dieser langhaarigen Tiere beweidet jetzt das Gelände zwischen Rosental und Grüner Aue in Ostercappeln.

Sie gehören zur Zucht „Skudden vom Kronensee“ einer Ostercappelner Schafhalterin und beweiden bereits seit einiger Zeit die an das Gelände des Wasserverbandes angrenzenden Flächen. Dass das Areal rund um das Regenrückhaltebecken nun hinzugekommen ist, stellt für alle Beteiligten einen Gewinn dar: Die Halterin freut sich über die Vergrößerung ihrer Weideflächen, die Schafe freuen sich über zusätzliches Grün, zumal dies in der Nähe des Wassers auch recht saftig sein dürfte, und der Verband freut sich über zuverlässige Mäher. Über die ungewöhnliche Zusammenarbeit haben der Wasserverband Wittlage als Eigentümer des Geländes und die Schafhalterin einen Vertrag abgeschlossen.

Das Gelände ist mit einem Zaun versehen, sodass die Schafe in Sicherheit sind. Im Gegenzug ist die Fläche so zu beweiden, dass sie nicht mehr maschinell gemäht werden muss. Eine Pflicht, der die hübschen Vierbeiner gerne nachkommen dürften. Bei den Ostpreußischen Skudden handelt es sich um eine sehr alte Schafrasse, die schon bei den Wikingern gehalten wurde. Die Unterwolle der Tiere ist fein, die Oberwolle dagegen grob, was sie für unsere heutigen Ansprüche eher ungeeignet erscheinen lässt. Auch für die Fleischerzeugung ist die kleine Rasse nur eingeschränkt geeignet. Allerdings bestechen die Skudden durch ihre Genügsamkeit und sind in der Landschaftspflege und bei Hobbyhaltern hochgeschätzt. Für letztere, vor allem jene, denen es um den Erhalt der Artenvielfalt geht, verkörpern die Skudden mit ihren vielfältigen Farbschlägen eine schützenswerte Genreserve. Für die Hobby-Schäferin findet damit die Suche nach einer Vergrößerung der Weide ein glückliches Ende, der Wasserverband freut sich, einmal mehr ressourcenschonend und im Einklang mit der Natur seinen Aufgaben nachkommen zu können – und das sogar (weitgehend) emissionsfrei.

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Auf die Zwischenfrucht kommt es an

Untersuchungen zu Nitrat im Grundwasser

Belm. Die Bedarfe der Landwirtschaft und den Grundwasserschutz in Einklang zu bringen, stellt die Beteiligten vor große Herausforderungen. Gerade in landwirtschaftlich genutzten Gebieten mit überwiegend Festgestein, wie in Belm, weist das Grundwasser häufig erhöhte Nitratwerte auf. Nun machen die Ergebnisse eines vom Wasserverband Wittlage unterstützten Forschungsprojektes der Hochschule Osnabrück Hoffnung, dass bestimmte Fruchtfolgen zur Reduzierung dieser Werte beitragen können.

Bereits im Jahre 2017 hatte der Landkreis Osnabrück das Gebiet von der Wittekindsburg bis zum Gattberg und von Icker bis zum nördlichen Power Siedlungsrand zum Wasserschutzgebiet Belm-Nettetal erklärt – mit erheblichen Restriktionen für die Landwirtschaft hinsichtlich der Ausbringung ihres Wirtschaftsdüngers. Viele der dortigen Landwirte sind dadurch gezwungen, die auf ihrem Hof entstehende Gülle entweder in weiter entfernte Ackerbauregionen zu verfrachten, oder deren Menge zu reduzieren, was letztendlich auch einen geringeren Viehbesatz nach sich ziehen würde.

Wenig untersucht hingegen war bislang, inwieweit bestimmte Pflanzen überschüssiges Nitrat binden können. Wenn dies gelänge, würde von dem ausgebrachten Dünger weniger Nitrat ins Grundwasser gelangen, so die Überlegung. Sie gab den Anstoß zu einem Modell- und Pilotprojekt, das die Gemeindewerke Belm bzw. der Wasserverband Wittlage (als deren Rechtsnachfolger in Sachen Wasserversorgung) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Jahre 2016 gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück unter Federführung des Agrarökologen Prof. Dr. Dieter Trautz starteten. Koordiniert wurde das Projekt vom Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der nun in einer Broschüre erste Ergebnisse vorlegt.

Erhöhte Werte trotz reduzierter Düngung

Verschiedene Kulturen – Sommerraps bzw. Sommerhafer, Silomais, Winterweizen und Wintergerste; Phacelia, Buchweizen, Ölrettich und Gelbsenf als Zwischenfrüchte – wurden auf den Versuchsfeldern von drei beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben, darunter ein Betrieb, der sich in der Umstellung auf Bio-Landbau befand, angebaut. Sechs verschiedene Düngestufen bzw. Düngeformen kamen zur Anwendung. Auch eine Brachfläche gehörte zum Versuchsaufbau. Über drei Vegetationsperioden wurde das Zusammenspiel von Pflanzen und Düngung untersucht. Dabei kamen so genannte Saugkerzen zum Einsatz, die in 80 Zentimetern Tiefe jenes Sickerwasser aufnahmen, das bereits unterhalb der Wurzelzone liegt, also ins Grundwasser gelangen würde. Ebenso untersuchten die Studierenden, wie sich verschiedene Düngemengen auf dieses Sickerwasser – und damit auch auf das Grundwasser – auswirken; damit wurden die mit der niedersächsischen Düngeverordnung einhergehenden Änderungen bereits berücksichtigt.

Ergebnis: Sowohl für die Düngung nach Sollwert, als auch für die reduzierte Düngung ergeben sich häufig Nitrat-Überschüsse. Die Nitratkonzentrationen im Sickerwasser und die Nitratfrachten konnten insbesondere zu Beginn der Sickerwasserperiode durch eine reduzierte Düngung verringert werden. Dennoch wurde im Sickerwasser der Trinkwasser-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter mit durchschnittlich 81,8 Milligramm über alle Jahre und Kulturen für die reduziert gedüngte Variante deutlich überschritten. Es zeigte sich aber, dass vielmehr die Bewirtschaftungsmaßnahmen, wie Fruchtfolgeplanung und Zwischenfruchtanbau, zu einer Verbesserung der Sickerwasserqualität beitragen können. So waren im Versuch insbesondere unter der Brache, sowie unter den Kulturen Winterweizen und Wintergerste in jedem Versuchsjahr hohe Nitratwerte zu messen, wohingegen unter Zwischenfrüchten nach Gerste oder Raps/Hafer geringere Nitratfrachten festgestellt wurden.

Trockene Sommer beeinflussen Ergebnisse

Bei den Ergebnissen sind die besonderen klimatischen Gegebenheiten der Jahre 2018 und 2019 mit ihren trockenen Sommern zu berücksichtigen. Hier führte ein geringeres Pflanzenwachstum zu höheren Stickstoffrestmengen im Boden. Das Projekt ist jetzt Bestandteil der landesweiten Aufgaben zum kooperativen Grundwasserschutz gemäß Niedersächsischem Wassergesetz. Es fand bereits Beachtung in der lokalen sowie in der Fachpresse; für vergleichbare Wasserschutzgebiete lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten.

Bis 2024 wird das Projekt fortgeschrieben – wiederum mit der Unterstützung des Wasserverbandes Wittlage. Denn: „Das, was sich, so wie hier, durch wissenschaftliche Erkenntnisse nachweisen lässt und zur nachhaltigen Sicherstellung der Grundwasserqualität beiträgt, ist hilfreicher als jede Mutmaßung“, so die Einschätzung von Wasserverbandsgeschäftsführer Uwe Bühning.

Die Projektfortschreibung – auf der inzwischen auf Ökolandbau umgestellten Fläche – nimmt vor allem in den Blick, inwieweit eine mechanische Unkrautregulierung sowie die Verwendung von Kleegras zur Bindung von Stickstoff beitragen.

Die Broschüre des NLWKN mit der ausführlichen Projektbeschreibung, den Ergebnissen und einem Fazit findet sich auf der Homepage des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

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Wasserverband Wittlage jetzt auch beim Trinkwasser Partner der Gemeinde Bissendorf

Betriebsführungsvertrag unterzeichnet

Bissendorf. Zum 1. Januar 2021 wurde der Betriebsführungsvertrag zwischen der Gemeinde Bissendorf und dem Wasserverband Wittlage wirksam. Damit übernimmt der Wasserverband zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben in der Gemeinde Bissendorf, nämlich der Schmutz- und Regenwasserentsorgung, nun auch die Betreuung von 60 Kilometern Trinkwasser-Leitungsnetz und 2.300 Hausanschlüssen auf Bissendorfer Gemeindegebiet.

Hintergrund: Der Wasserverband Wittlage versorgt die Gemeinden Bad Essen, Belm, Bohmte und Ostercappeln mit Trinkwasser. Für die Unterhaltung der Anlagen waren die Stadtwerke Osnabrück zuständig, das Leitungsnetz wurde von der Gemeinde in Eigenregie betreut. Der Vertrag der Gemeinde mit den Stadtwerken lief jedoch zum Ende des Jahres 2020 aus und die Betriebsführung allein aus den eigenen Reihen abzudecken, wäre aufgrund personeller Engpässe nicht möglich gewesen.

Mit der neuen Regelung werden nun die am Standort Belm beschäftigten Mitarbeiter des Wasserverbandes Wittlage auf Bissendorfer Gemeindegebiet die technische Bewirtschaftung des Trinkwassernetzes übernehmen. Für den Wasserverband Wittlage ergeben sich durch die Vereinbarung Synergieeffekte im Hinblick auf die Aufgabenerledigung und Wirtschaftlichkeit, wie Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage, erklärt. Auch Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter begrüßt die Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Wittlage, der bereits seit vielen Jahren in der Regen- und Abwasserentsorgung ein kompetenter Partner der Gemeinde ist.

Die Ortsteile Jeggen, Natbergen (nördlich der Mindener Straße) sowie Wissingen und Wersche sind von der neuen Regelung nicht betroffen, denn sie werden weiterhin vom Wasserbeschaffungsverband Jeggen versorgt. Auch abrechnungstechnisch ändert sich für die Trinkwasserkunden innerhalb der Gemeinde Bissendorf nichts; sie erhalten ihre Verbrauchsabrechnung nach wie vor von der Gemeinde Bissendorf bzw. dem Wasserbeschaffungsverband Jeggen.

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"Hauptlast trägt der Verbraucher"

Wassergroschen für den Niedersächsischen Weg

Altkreis Wittlage/Belm.Mit dem „Niedersächsischen Weg“ hat die Landesregierung gemeinsam mit Naturschutzverbänden, Landvolk und Landwirtschaftskammer eine Vereinbarung für mehr Umwelt-, Arten- und Gewässerschutz getroffen, die mit strengeren Auflagen für die Landwirte verbunden ist. Finanziert wird das Konzept über den „Wassergroschen“ – sehr zum Leidwesen der Wasserversorger und letztendlich auch der Verbraucher.

Wenn dieser Tage die Wasserrechnung ins Haus flattert, wird sich manch einer über eine Preissteigerung wundern. Grundlage der Erhöhung ist die Finanzierung des sogenannten „Niedersächsischen Weges“, den Landwirte, Naturschützer und Landesregierung gemeinsam entwickelt haben und in dem sie sich auf einen verminderten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie auf Programme zum Artenschutz einigen. Damit wird der Natur- und Artenschutz vor allem in der Landwirtschaft konkret, zieht aber vielerorts auch einen höheren Preis für Trinkwasser nach sich.

Denn mit dem im November vom Niedersächsischen Landtag einstimmig beschlossenen Gesetz zur Umsetzung des „Niedersächsischen Weges“ ist eine Vielzahl von Maßnahmen verbunden – und entsprechende Ausgleichszahlungen an die Landwirte. Immerhin betrifft sie der vereinbarte Maßnahmenkatalog unmittelbar, sei es, wenn es um die Neugestaltung bzw. Verbreiterung von Gewässerrandstreifen geht oder um die Reduzierung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder der Ausbringung von Gülle. Damit den Bauern daraus jedoch keine finanziellen Nachteile erwachsen, sollen sie entschädigt werden. Zur Gegenfinanzierung hat man – nicht nur im übertragenen Sinne – eine Quelle aufgetan: die Wasserentnahmegebühr (WEG), eher bekannt als „Wassergroschen“.

Der ist zwar nicht neu, sondern wurde vielmehr bereits 1992 vom Land Niedersachsen ins Leben gerufen. Gesetzlich beabsichtigt war seine Verwendung für Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und des Wasserhaushaltes sowie für Maßnahmen der Wasserwirtschaft und des Natur- und Grundwasserschutzes. Der Beitrag wird vom Land festgelegt und muss von den Wasserversorgern, wie dem Wasserverband Wittlage, an das Land abgeführt werden.

Mit dem am 10. Dezember verabschiedeten Haushaltsbegleitgesetz wird dieser Beitrag schon ab 1. Januar verdoppelt, was bei den Wasserversorgern nachvollziehbar auf Kritik stößt. „Wir sehen die ökologischen Maßnahmen, die ja auch zur Qualitätssicherung in der Trinkwasserversorgung beitragen, durchaus positiv. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Ausgleichszahlungen nicht ausschließlich über das Wasserentnahmeentgelt (WEG) finanziert werden. Jetzt trägt der Verbraucher die Hauptlast“, sagt Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage. Wie der Wasserverband mit Sitz in Rabber, der die Gemeinden des Altkreises Wittlage und die Gemeinde Belm mit Trinkwasser versorgt, kommen die meisten Wasserversorger nicht umhin, die ihnen auferlegte Gebühr zumindest teilweise in die Verbrauchsabrechnung einfließen zu lassen.

Hinzu kommt, dass in Niedersachsen zwar jeder, der Grundwasser aus dem Boden entnimmt, die WEG entrichten muss – dies aber in unterschiedlicher Höhe. So zahlen die Trinkwasserkunden seit jeher eine höhere WEG als beispielsweise Industrie und Landwirtschaft – und sind deshalb von der Erhöhung auch doppelt betroffen. „Gemeinsam mit unserem Dachverband haben wir uns für Gebührengerechtigkeit eingesetzt: Die Finanzierung der Ausgleichsleistungen für mehr Natur- und Artenschutz soll nicht größtenteils auf Kosten unserer Trinkwasserkunden gehen. Auch war unsere Forderung, andere Nutzergruppen stärker in die Verantwortung zu ziehen. Die Mehrkosten für Trinkwasser wurden jedoch durch die Landesregierung beschlossen und waren nicht mehr zu verhindern“, heißt es seitens des Wasserverbandes Wittlage.

„Für die Wasserversorgung in den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln bedeutet die Verdopplung der WEG konkret einen Mehraufwand in Höhe von 240.000 Euro, der bei einem Wasserpreis von 92 Cent pro Kubikmeter nicht aus den laufenden Entgelten finanziert werden kann, bzw. zu einer erheblichen Unterdeckung führt“, führt Bühning aus. Die Gemeinden haben deshalb einer Erhöhung des Wasserpreises um 8 Cent auf 1 Euro pro Kubikmeter beschlossen. Dieser Betrag wird bereits bei der aktuellen Festsetzung der Vorauszahlung berücksichtigt. Die Tarife für die Schmutz- und Regenwasserbeseitigung bleiben von der neuen Gesetzgebung unberührt.

„Für die Wasserversorgung in der Gemeinde Belm hatten wir vor dem Hintergrund des Jahresabschlusses 2019 sowie des zu erwartenden Ergebnisses für 2020 eigentlich eine Wasserpreissenkung in Aussicht gestellt. Diese Senkung ist aufgrund der Erhöhung der WEG nun leider nicht möglich“, bedauert Bühning. Für die Belmer Haushalte bleibt es somit unverändert bei einem Wasserpreis von 1,45 Euro pro Kubikmeter. Die Tarife für die Schmutz- und Regenwasserbeseitigung bleiben von der neuen Gesetzgebung unberührt.

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