Trotz Eis und Schnee zu trocken

Geringe Grundwasserneubildung: Januar und Februar können die zuvor ausgebliebenen Niederschläge nicht wettmachen.

Bad Essen. Schnee und Eis von Ende Dezember bis in den Februar – der Winter scheint kein Ende zu nehmen. Da tröstet man sich, dass sich das Wetter immerhin günstig auf die Grundwasserneubildung auswirkt. Das tut es zwar, gleichwohl sind die Grundwasserpegel nicht auf einem wünschenswerten Niveau, so die Einschätzung von Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage.

Um das momentane Wettergeschehen im Zusammenhang mit dem Wasserdargebot einordnen zu können, muss man zwei Dinge vorausschicken: Erstens: In unserer Region stehen uns keine Flüsse oder Seen für die Trinkwasserförderung zur Verfügung. Wir fördern das Trinkwasser ausschließlich aus dem Grundwasser. Deshalb müssen wir die Grundwasserneubildung immer im Blick haben. Und zweitens: Diese Grundwasserneubildung findet weitestgehend in den Winterhalbjahren statt. Dann fallen die meisten Niederschläge, ist die Verdunstung wie auch die Wasserentnahme am geringsten.

Vor diesem Hintergrund erinnern wir uns alle an das sehr nasse Winterhalbjahr 2023/2024 mit seinen heftigen Überschwemmungen, die aber der Grundwasserneubildung ausgesprochen zuträglich waren. Doch schon im darauffolgenden Winter 2024/2025 blieben die Niederschlagssummen an sämtlichen ausgewerteten Messstellen des Wasserverbandes Wittlage deutlich unter den langjährigen Mittelwerten. „Die teilweise sehr hohen Niederschläge in den Sommermonaten konnten dies nicht ausgleichen. Sie hatten nur einen geringen Einfluss auf die Grundwasserneubildung. Überhaupt zeigt sich immer mehr, dass die Sommerniederschläge räumlich sehr stark differieren und die hohen Niederschlagsmengen überwiegend auf einzelne Starkregenereignisse zurückzuführen sind“, erklärt Uwe Bühning rückblickend.

Positiv zu bewerten seien zwar, so Bühning, die niederschlagsreichen Monate September und Oktober 2025, in deren Folge seit vergangenem September an den bislang ausgewerteten Grundwassermessstellen ein ansteigender Trend zu erkennen war. Die Monate November 2025 bis Januar 2026 hätten jedoch erneut deutlich unter den langjährigen Durchschnittsniederschlägen gelegen. Ergebnis: Aufgrund der im Vorjahr ausgebliebenen Grundwasserneubildung liegen die Grundwasserstände an den Messtellen deutlich unter denen des Vorjahres und auch deutlich unter den langjährigen Mittelwerten. Leider, so Bühning, bestätige sich damit der Trend, dass sich die Grundwasserpegel im Verlauf der vergangenen zehn Jahre – mit einzelnen Ausnahmen – abgesenkt hätten. Zwar sei aktuell das langsame Tauen und Versickern des Schnees in diesen Wochen positiv zu sehen, aber sobald mit dem beginnenden Frühjahr die Tage länger würden, die Vegetation einsetze und Wasser aus dem Boden ziehe, führe dies wiederum zum Absinken der Grundwasserpegel – ausgehend von einem ohnehin wie geschildert niedrigen Stand. 

Der Wasserverband Wittlage reagiert auf diese Entwicklung mit Investitionen in die Effizienz seiner Förderung sowie in die Resilienz seiner Netze. Gleichzeitig appelliert der Verband an die Verbraucher, jederzeit sorgsam umzugehen mit der wertvollen Ressource Wasser.


Anschrift

Wasserverband Wittlage
Im Westerbruch 67
49152 Bad Essen


Geschäftsführer: Uwe Bühning

Kontakt

Telefon +49 5472 9443-0
Fax +49 5472 9443-30
E-Mailwv-wittlage@i-like-no-spam.uhv70.de
 

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag 7:30 - 16:30 Uhr
Freitag 7:30 - 12:00 Uhr