Die Technik wurde von Oberflächenbelüftung auf Druckluftbelüftung am Behälterboden umgestellt. Hier die Details der Maßnahme:
Wirkprinzip Oberflächenbelüfter
Beim Oberflächenbelüfter, in diesem Fall Walzenbelüfter, befindet sich dieser horizontal im Kreisring des Belebungsbeckens in der Wasseroberfläche. Es handelt sich um eine Welle, an der Paddel montiert sind, welche durch eine schnelle Drehbewegung den Sauerstoffeintrag in das Belebungsbecken gewährleisten. Durch diese Drehbewegung, kann beim Walzenbelüfter auf ein Rührwerk verzichtet werden.
Wirkprinzip Druckbelüftung
Bei der Druckbelüftung, in diesem Fall Plattenbelüfter, wird mithilfe eines Gebläses, welches durch Zuleitungen mit den Belüfterplatten verbunden ist, Luft durch die feinblasige Membran befördert. Diese Technik ist in Bezug auf Energieeinsatz effizienter als die Oberflächenbelüftung.
Umbau
Zuerst wurde neben den beiden Belebungsbecken eine Bodenplatte erstellt, auf der die zukünftigen Gebläse platziert werden sollen. Von hier aus wurden im zweiten Schritt neue Luftverteilleitungen (Ringleitungen) rund um die Belebungsbecken montiert und die drei neuen Gebläse aufgestellt.
Die neue Anlage ist so dimensioniert, dass ein Gebläse im pro Becken ausreicht. Das dritte Gebläse dient als Ersatzgebläse, um einen redundanten Betrieb zu ermöglichen. Zusätzlich wurden Leerrohre verlegt, um zukünftige Messtechnik in den Becken an das Prozessleitsystem anbinden zu können.
Als nächstes wurde das erste der beiden Becken entleert, gereinigt und die alte Belüftungstechnik demontiert. Danach wurden auf der Beckensohle 46 Belüfterplatten (Maße: 2m x 0,5m) pro Becken montiert. Jede Platte wird durch einen eigenen PE-Schlauch von einem Verteiler aus mit Luft versorgt.
Dies ermöglicht es, jede einzelne Platte bei eventueller Beschädigung separat außer Betrieb zu nehmen, ohne das gesamte Becken auspumpen zu müssen. Da bei der Druckbelüftung, im Gegensatz zur Belüfterwalze, keine Fließrichtung mehr vorgegeben wird, müsste hier ein Rührwerk montiert werden. Mittels einer Trennwand im Becken konnte dies umgangen werden – Investitions- und vor allem Energiekosten ließen sich einsparen.
Im nächsten Schritt wurde das zweite Belebungsbecken in das nunmehr umgebaute Becken umgepumpt auf anschließend auf dieselbe Weise umgerüstet.
Zuletzt wurde neue Messtechnik eingebaut, welche die gemessenen Sauerstoff- und Stickstoffkonzentrationen in den Becken auf das Prozessleitsystem übermittelt. Hier werden die Daten durch einen auf der Steuerung programmierten Regler verarbeitet, so dass dieser die Gebläse bedarfsgerecht ansteuert. Das ist wichtig, um die Reinigungsleistung unter dem Energie-Aspekt so effizient wie möglich zu betreiben.
Durch diesen Umbau ist das Belüftungssystem an der Kläranlage Bohmte, ebenso wie an der Kläranlage Wittlage, wo in diesem Jahr bereits ein ähnlicher Umbau stattgefunden hat, auf dem neusten Stand der Technik.
Der Wasserverband Wittlage hat auf seinen Kläranlagen nun keine Oberflächenbelüfter mehr im Einsatz.









