Venne. Der Schutz der Gewässer ist oberstes Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der Bäche, Flüsse und Seen bis spätestens 2027 in einen guten chemischen und ökologischen Zustand versetzt werden müssen. Dem trägt ein neues Regelwerk für die Abwasserbehandlung Rechnung, das die stoffliche Belastung von Niederschlagswasser aus Siedlungsgebieten in den Blick nimmt.
Das o. g. Regelwerk, das seit 2021 in Kraft ist, sieht neben der Rückhaltung zudem eine Reinigung des Niederschlagswassers in Gebieten vor, in denen eine Verunreinigung aufgrund von Einträgen aus Industrie oder Gewerbe nicht auszuschließen ist. Dementsprechend hat der Wasserverband Wittlage nun erstmals für den Erweiterungsabschnitt des Gewerbegebietes an der B 218 in Venne ein Regenrückhaltebecken mit vorgeschaltetem Retentionsbodenfilter realisiert. Die Anlage befindet sich an der Hegerhoffstraße. Das Becken hat ein Stauvolumen von 12.300 Kubikmetern bei einer Oberfläche von knapp 8.000 Quadratmetern. Die Funktionsweise lässt sich in drei Schritte unterteilen:
- Sammeln und verteilen
Das Wasser aus dem Regenwasserkanal wird in ein offenes langgestrecktes Vorbecken als Verteilerbauwerk geleitet, welches an einer Seite mit einer Gabionenwand versehen ist. Durch diese Wand strömt das Wasser mit gleichmäßig verteilt in ein zweites Becken.
- Reinigen
In diesem zweiten Becken mit einer Grundfläche von 700 Quadratmetern findet die Reinigung des Niederschlagswassers statt. Es ist mit Schilf bewachsen, dessen Wurzeln Inhaltsstoffe wie Stickstoff und Phosphor binden und aufnehmen. Über ein mit Mineralstoffen angereichertes Sandbett am Boden des Beckens versickert das Wasser, wodurch außerdem Sedimente und Schwebstoffe zurückgehalten und herausgefiltert werden. Drainageleitungen an der Filterschichtsohle sammeln das gereinigte Wasser und leiten es in ein drittes Becken.
- Stau
Im dritten Becken findet der eigentliche Regenrückhalt mit kontrollierter gedrosselter Abgabe über eine Trockenwetterrinne in die Vorflut statt – entsprechend der Funktionalität eines herkömmlichen Regenrückhaltebecken.
Beauftragt wurde die Maßnahme vom Erschließungsträger des Gewerbegebietes, der OLEG, ausgeführt wurde sie von der Fa. Wübker, Damme. Die Planung lag beim Planungsbüro IBT, Osnabrück, in Kooperation mit dem Wasserverband Wittlage, der nach der Bauabnahme – voraussichtlich im Frühjahr – im Rahmen der Abwasserbeseitigung künftig auch für die Unterhaltung der Anlage verantwortlich zeichnet.







